Selbstbehaltspolice für Manager
Führungskräfte von großen Unternehmen tragen auch eine große Verantwortung. Deshalb schließen die Unternehmen für ihre Manager in der Regel eine Directors-and-Officers-Liability-Versicherung (D&O) ab, bei der es sich genau gesagt um eine Berufshaftpflichtversicherung handelt. Bald sollen die Manager allerdings einen beträchtlichen Eigenanteil selbst übernehmen müssen, wenn es zum Schadenfall kommt. Um sich vor diesem Eigenanteil zu schützen können die Führungskräfte eine Police abschließen, die diesen dann übernimmt. Versicherungsmakler streiten derzeit darüber, in welcher Form eine solche Police angebracht ist.
Von der R+V Versicherung gibt es eine solche Police, bei der ein Beitrag von 200 Euro fällig wird. Nach der Meinung vieler Makler können mit diesen 200 Euro mögliche Schäden und Kosten nicht ausreichend gedeckt werden. Nun sieht sich die R+V Versicherung beschuldigt Vorstandsmitglieder zur Untreue anzustiften. Der Versicherer weist diese Vorwürfe zurück und lässt verlauten, dass diese 200 Euro bloß die Untergrenze der Beiträge sind, die für die Vorstände kleiner Aktiengesellschaften erhoben wird, denn Einheitsbeiträge gibt es nicht.
Es gibt aber auch eine andere Lösung, die für Kontroverse sorgt. Beim Anrechnungsmodell bietet das Versicherungsunternehmen, das auch für die D&O zuständig ist, Policen für die Manager an, die die Manager auch zahlen, die allerdings von der Firmenversicherung abgezogen werden. Das Problem bei diesem Modell ist, dass es keine klare Trennung der beiden Versicherungen gibt, wie es eigentlich von dem Gesetzt zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung angedacht war.
Manager, die nicht selbst für einen Teil eines verursachten Schadens aufkommen wollen, sollten sich deshalb um eine separate Sebstbehaltspolice kümmern. Manche Makler sind sogar der Meinung, dass nicht die zuständigen Abteilungen in den Unternehmen eine separate Police suchen, sondern dass die Vorstände sich wirklich selbst darum kümmern, damit die Versicherung vollkommen von dem Unternehmen getrennt ist.
Die Versicherer sehen jedoch kein Problem, wenn die Firmenversicherung und die Versicherung des Managers zusammen laufen und von Untreue wollen sie schon gar nichts hören.